Ein Dorf, das zu feiern weiß

Seit 550 Jahren gibt es den Hüttlinger Teilort Seitsberg. Deshalb haben die Seitsberger am Samstagabend einen Gottesdienst gefeiert, auf dem Dorfplatz die Bierschrannen besetzt, eine Bläsergruppe des Musikvereins Hüttlingen aufspielen lassen und mit Sekt angestoßen. Pünktlich zum Jubiläumsfest hat Kaspar Merz die von ihm zusammengetragene Chronik vorgestellt.

Hüttlingen-Seitsberg. Flugs hatte sich nach einem von Pfarrer Rudolf Kling zelebrierten Festgottesdienst die Dreifaltigkeitskapelle geleert. Die eingeschenkten Sektgläser warteten bereits auf die Festgäste. Gemeinderat Anton Schneider dankte dem pensionierten Pfarrer aus Ellwangen für den festlichen Gottesdienst. Seitsberg sei ein „wohnenswerter Wohlfühlort“, der sich aus einem Bauerndorf heraus entwickelt hätte, schwärmte Schneider für sein Seitsberg. Früher waren es einmal zwölf Höfe, heute werden noch ein Hof im Vollerwerb und zwei im Nebenerwerb geführt. Die Flächen um Seitsberg herum werden noch wie eh und je bewirtschaftet, sodass die Kulturlandschaft erhalten bleibt.
Vor Jahren hatte Seitsberg die schönsten Maibäume, wie Schneider weiter sagte, inzwischen habe es einen der schönsten Weihnachtsmärkte weit und breit. Möglich wurde der Weihnachtsmarkt durch den neu angelegten und 2010 geweihten Dorfplatz, der sich zum Festefeiern schon bewährt hat. Dies bestätigte Gerhard Ruf vom Festkomitee. Einen Dank gab’s für den Bürgermeister und den Gemeinderat, die nicht nur dem neuen Dorfplatz sondern auch der Innenrenovierung der Kapelle zugestimmt hatten. „Im Frühjahr 2014 soll der Bolzplatz in Seitsberg angelegt sein“, knüpfte Bürgermeister Günter Ensle daran an. Er lobte darüber hinaus den nicht selbstverständlichen Zusammenhalt der Seitsberger Alteingesessenen und der neuen Bürger. Kontinuierlich entwickelte neue Baugebiete bringen neue Seitsberger in Hüttlingens jüngsten Teilort.
Kaspar Merz ist einer der Alteingesessenen, der zum Jubiläum mit tatkräftiger Hilfe seiner Frau Elisabeth und Petra Brenner, verantwortlich für Layout und Gestaltung, eine Chronik verfasst hatte. Aus anfänglich gedachten vier DIN-A-4-Seiten, die er „nicht einhalten konnte“, ist ein 84-seitiger „Spiegel der Zeit von 1869 bis 2013“ entstanden. Bilder, Erinnerungen und Geschichte füllen die Schrift. So manches lässt staunen. So etwa, dass das dritte Haus in Seitsberg eine Wirtschaft gewesen sein soll. Für Merz ein Zeugnis dafür, „dass die Seitsberger schon immer gerne gefeiert haben“. Oder aber, dass nach dem Jahr 1945 Seitsberg zu einer Reiterhochburg wurde. Bei diesem Blick in die Vergangenheit vergaß Merz nicht zu erwähnen, dass Hüttlingen im Jahr 2024 sein 1000-jähriges Bestehen feiert.

Bei der Übergabe des ersten Exemplars der Seitsberger Chronik: Verfasser Kaspar Merz, Bürgermeister Günter Ensle, Petra Brenner, die für Layout und Gestaltung verantwortlich war, und Gemeinderat Anton Schneider.  (Foto: sf)


 Die Chronik „550 Jahre Seitsberg“ ist im Rathaus für zwölf Euro erhältlich.

©Schwäbische Post - Sandra Fischer - 22.07.2013