Die Organisatoren von Seitsberg

Am Sonntag ist im Hüttlinger Teilort Weihnachtsmarkt – Im Vorfeld ist Einiges zu tun. 

Wer schon einmal auf dem Seitsberger Weihnachtsmarkt war, der schwärmt davon. Er ist kuschelig, familiär, liebevoll dekoriert und bietet ein breites Angebot. Ihn zu organisieren, bedeutet viel Arbeit. Bis zur Eröffnung am Sonntag, 6. Dezember, um 11 Uhr muss alles fertig sein.

Renate Schneider rauft sich die Haare. Das hat die Initiatorin des Seitsberger Weihnachtsmarkts in letzter Zeit wohl öfter getan. Denn vor dem Weihnachtsmarkt gibt es viel zu organisieren. Sie sucht und verpflichtet Aussteller, die Kunsthandwerk anbieten. Wichtig dabei: kein Angebot soll es zwei Mal geben. So stehen unter anderem Socken, Edelbrände, Schmuck, Keramik, Stutenmilchseife und Holzarbeiten auf der Liste des Angebots. Auf die Idee für den Weihnachtsmarkt ist Renate Schneider gekommen, nachdem die Gemeinde den Dorfplatz in Seitsberg neu gestaltet hat. „Wir mussten doch was mit dem Platz anfangen“, sagt Renate Schneider. Und bis dahin sei in Seitsberg nichts geboten gewesen. Renate Schneiders Nachbarin Doris Docker war sofort begeistert und half dabei, den ersten Weihnachtsmarkt im Jahr 2010 zu organisieren. „Sie ist die Chefin der Weihnachtsbäckerei“, sagt Renate Schneider über ihre Freundin, die den Kuchenverkauf organisiert. Zahlreiche weitere Helfer waren schnell gefunden. Jeder hat seinen eigenen Zuständigkeitsbereich. Robert Faul und Roland Schneider kümmern sich um den Aufbau der Hütten. Klaus Stitz und Dietmar Holl übernehmen die Elektrotechnik. Hans Schneider kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit. Der harte Kern des Organisationsteams ist nicht allein. „Das ganze Dorf hilft mit“, sagt Hans Schneider. Etwa 220 Einwohner hat der Hüttlinger Teilort. 37 von ihnen werden am Sonntag in der Küche helfen. Die Dorfjugend bietet Waffeln an und baut eine Wurfbude auf. Die Kinder schmücken Christbäume, die den Weihnachtsmarkt dekorieren. Während die Vier aus dem Organisationsteam auf dem Dorfplatz sitzen und erzählen, wärmt sie ein kleiner Bollerofen. Robert Faul hat mehrere davon gebaut. Am Sonntag sollen sie für heimelige Atmosphäre sorgen. Einen Teil des Erlöses spendet die Seitsberger Dorfgemeinschaft an Pfarrer Gregor Rapa, der ukrainischen Flüchtlingen in Polen hilft. Eine weitere Spende geht an die Ellwanger Adventskinder. Die Aktion macht kranken und sozial benachteiligten Kindern eine kleine Freunde. Außerdem werden Ausflüge der Dorfgemeinschaft bezuschusst. Was dann noch vom Erlös übrig bleibt, investieren die Seitsberger in ihren nächsten Weihnachtsmarkt. Damit alles noch schöner wird. „Nur erweitern können wir nicht“, sagt Hans Schneider. Dafür reicht der Platz nicht. „Aber das wollen wir auch gar nicht“, sagt er. Der Seitsberger Weihnachtsmarkt soll so klein und schnuckelig bleiben, wie er ist.
 
 20151203 SchwaebischePost
 

Trinken den ersten Glühwein in einer der bereits aufgebauten Hütten:
Robert Faul, Renate Schneider, Hans Schneider und Doris Docker (von
links). Nicht mit dabei sind Tobias Rathgeb und Roland Schneider.  (Foto: ks)